In KUNTERGRAU sind das Coming-out Vergangenheit, Sex und Liebe an der Tagesordnung und Fetisch-Fantasien kein Tabu mehr. Fünf schwule Freunde bestreiten ihren Alltag im Trubel Kölns und könnten dabei unterschiedlicher nicht sein: Während Leopold (18) sich weigert seine Persönlichkeit über die eigene sexuelle Orientierung zu definieren, hat der HIV-positive und promiske Marcel (21) seine Sexualität als zentralen Bestandteil in sein Dasein integriert. Das ist etwas, was Noah (25) und Jan (20) nicht gelungen ist. Die Beziehung der beiden zerbricht, weil Jan Noahs sexuelle Fantasien nicht befriedigen kann. Und Lukas (19), der vom Land in die Großstadt gezogen ist, um sich dem Einfluss seiner konservativen Eltern zu entziehen, muss einsehen, dass er vor seiner Vergangenheit nicht davonlaufen kann.

So entwickeln sich in KUNTERGRAU alltägliche und weniger alltägliche Geschichten rund um Freundschaft, Liebe und Sexualität.

Jan

Jan

Fabian Freistühler

Jan (20) zeichnet sich vor allem durch seine emotionale Intelligenz aus. Sein phasenweise harsches und impulsives Auftreten täuscht nicht darüber hinweg, dass er sich nichts mehr wünscht, als einen Partner, an den er sich anlehnen kann. Nach der Trennung von seinem langjährigen Freund Noah, muss Jan die Fähigkeit zu vertrauen neu erlernen und macht dabei eine folgenschwere Bekanntschaft.

Marcel

Marcel

Moustafa Tarraf

Marcel (21) ruft viele bestehende Klischees gegenüber der schwulen Szene ins Gedächtnis des Zuschauers, nur um sie im darauffolgenden Moment wieder zu zerschlagen. Oberflächlich erscheint Marcel als promisker Großstadtschwuler, der keine Gelegenheit für flüchtigen Sex ausschlägt. Lernt man Marcel jedoch kennen, erkennt man schnell in ihm einen loyalen Freund, der insgeheim nach Zuwendung sucht. Bewusst ist Marcels HIV-Erkrankung nicht problematisiert, in der Hoffnung zu zeigen, dass ein Leben mit HIV vor allem durch das Stigma und die Gesellschaft, nicht aber die Krankheit selbst erschwert wird. Als Marcel sich zum ersten Mal verliebt, empfindet auch er seine Erkrankung erstmals als Problem.

Lukas

Lukas

Daniel Kosic

Lukas (19) wächst in einem kleinen, konservativen Dorf in Niedersachen auf. Während sein schulisches Umfeld wenige Probleme damit hat, seine Homosexualität zu akzeptieren, tun sich besonders Lukas Eltern damit schwer. Nach einem Streit mit seinem Vater verlässt Lukas sein Zuhause und kehrt nie wieder dorthin zurück. Stattdessen folgt er dem Ruf der Großstadt, um dort seine Kreativität und Sexualität ungezwungen ausleben zu können. Schnell wird allerdings klar, dass er vor seinen Problemen nicht wegrennen kann.

Leopold

Leopold

Marcel Meyer

Leopold (18) will sich nicht über seine Sexualität definieren. Für ihn ist seine Persönlichkeit viel mehr von seinen Freundschaften und seinen Gefühlen beeinflusst. Mit einer Großmutter, die ab und an in ihrer grenzenlosen Liebe und Unterstützung über das Ziel hinausschießt, wächst Leopold sehr behütet auf. Seine Stärke liegt vor allem darin, der Ruhepol seines Freundeskreises zu sein und immer wieder Ordnung in das emotionale Chaos zu bringen. Doch schon bald trifft auch ihn dieses Chaos härter als erwartet …

Noah

Noah

Daniel Printz

Noah (24) erlebt mit Mark erstmals nach seiner Trennung von Jan eine zwischenmenschliche Beziehung, in der seine Fantasien nicht tabuisiert oder problematisiert werden. Schnell wird klar, dass viele sexuelle Fantasien normal sein können, wenn sie auf die Zustimmung des Partners stoßen. Doch trotz seiner sexuellen Zufriedenheit, kann Mark Jan nicht ersetzen. Erneut muss Noah sich der Frage stellen, ob sexuelle Befriedigung wichtiger als emotionale Befriedigung ist.

Margarethe

Oma Margarethe

Kathleen Renish

Margarethe (60) hat nach dem Tod ihres Sohnes und ihrer Schwiegertochter die Verantwortung über Leopold, ihrem Enkel, übernommen. Seit Jahren umsorgt sie ihn liebevoll und besticht dabei vor allem durch ihre offene, humorvolle und direkte Art. In ihr hat Leopold eine bedingungslose Unterstützung in allem gefunden, was ihn glücklich macht. Obwohl sie dazu neigt, über das Ziel hinauszuschießen, ist Oma Margarethe zeitgleich die Mutter, der Vater, der Bruder, die Schwester und die Großeltern, die sich jeder schwule Jugendliche bei seinem Coming-out an seiner Seite gewünscht hätte.